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 TERRA Y - Archäologische Vorträge

"Gefälschte Vorzeit -
Betrug in der Archäologie"


Fälschungen sind ein heikles Thema in den archäologischen Wissenschaften. Je nach Motivation richten sie mehr oder  weniger großen Schaden an. Profitorientierte Serienfälschungen  thrakischen Goldschmucks  aus bulgarischen Werkstätten werden wissenschaftliche Denkgebäude kaum zum Einsturz bringen. Hingegen vermochten untergeschobene "missing links" wie der legendäre "Piltdown  man" als gezielte Wissenschaftsfälschungen für einige Zeit falsche Theorien der Menschwerdung stützen.
Aber  brachte die Aufdeckung von Fälschungen die Wissenschaft voran oder verhinderte sie, wie im Falle eiszeitlicher Kunstobjekte, ihre Anerkennung über Jahrzehnte. Die Entlarvung derartiger verführerischer "fakes" ist andererseits oftmals mit einem Wissensgewinn verbunden. Die Analysen, die zur Echtheit der  Himmelscheibe von Nebra vorgenommen wurden, aber zugleich allerhand neue Einsichten in Technik und Alterungsvorgänge prähistorischer Metallarbeiten geliefert.

Auch Niedersachsen hat einige Fälschungsversuche aufzuweisen. So wurden anscheinend in den 1930er Jahren, einer Zeit also, als noch wenige Spuren aus der Altsteinzeit entdeckt waren, mit aus französischen Fundstellen stammenden Flintartefakten ganze Eiszeitjägerlager vorgetäuscht. Aber selbst Fachwissenschaftler scheuten nicht davor zurück, spektakuläre Funde aus dem Moor auf dem Papier zu „erfinden“ Komplexere Betrugszenarien kamen Ende der 1980er Jahre bei der wissenschaftlichen Überprüfung der sog. Weserrunenknochen ans Tageslicht. Die Vortragsreihe wird auf diesen spannungsreichen und aufregenden Aspekt archäologischer Forschung und die Auswirkungen spektakulärer Fälschungsfälle auf die Rekonstruktion der Vergangenheit eingehen.
 

© Niedersaechsischer Landesverein fuer Urgeschichte e.V.

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