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TerraY
Archäologische Vorträge


Eine kurze Geschichte der Menschheit


Kürzlich sorgte eine „Kurze Geschichte der Menschheit“ für Aufsehen. Der Historiker Y. Harari stellt darin wesentliche Faktoren heraus, die die Dynamik der Geschichte unserer Art und ihrer Kultur bis heute geprägt haben. Anders als Marx und Engels, Toynbee und Spengler, die vor über 100 Jahren Gesetzmäßigkeiten aufzudecken versuchten, kann Harari auf ein weiteres Jahrhundert mit Globalisierungstendenzen zurückblicken. Und anders als jenen stehen ihm Ergebnisse der prähistorischen Archäologie und der evolutionären Anthropologie zur Verfügung. Unsere TerraY-Vorträge im Winterhalbjahr 2017/2018 werden den grundlegenden Phänomenen aus Sicht der Fachdisziplinen nachspüren, auf deren Ergebnissen der Entwurf Hararis aufbaut.


Eine allgemeine Tendenz und zugleich Herausforderung war und ist für Homo sapiens, immer größere Kommunikationsgruppen zu bilden, von kleinen Jäger- und Sammlerverbänden mit max. 100 Mitgliedern bis hin zu Imperien und möglicherweise einer künftigen Globalkultur, in der Milliarden Menschen vernetzt sind. Damit sie funktionieren, müssen Werte und Normen festgelegt und durchgesetzt werden, die für die Mitglieder verbindlich sind. Dazu dienen Regelwerke gemeinsamer Überzeugungen und Vorstellungen, beispielsweise Religionen oder politische Ideologien, im Rahmen wirtschaftlicher Strukturen mit Produktion, Handel und Austausch. Kulturelle Techniken wie Schrift und Geld sind wesentliche Voraussetzungen. Sie erfordern ihrerseits symbolisches Denken und Handeln. Die grundlegende neurologische Fähigkeit ist erstmals vor 40000 Jahren archäologisch fassbar.


In sechs Vorträgen werden der Ursprung der Verhaltensweisen und Fähigkeiten beleuchtet, die typisch menschlich sind (I) und die kognitive Revolution während der letzten Eiszeit und ihre archäologische Materialisierung in ersten Zeichensystemen und Bildern (II) vorgestellt. Einen Schwerpunkt bildet die folgende neolithische Revolution der Nahrungsproduktion und ihrer Hintergründe (III). Der Entstehung und der wichtigen Rolle der Schrift für die Bildung großer Reiche wird am Fallbeispiel Mesopotamien nachgegangen (V). Die Entstehung von Reichen und ihre Rahmenbedingungen lassen sich dank überlieferter Texte am Reich der Pharaonen im Detail studieren (VI), für die Rekonstruktion früher Großverbände in Mitteleuropa hingegen stehen ausschließlich archäologische Sachgüter zur Verfügung (IV).
 

© Niedersaechsischer Landesverein fuer Urgeschichte e.V.